Welche Krebsarten gehören dazu?

Kopf-Hals-Krebs umfasst verschiedene Tumorerkrankungen im Bereich von Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf und Schilddrüse. Die genaue Diagnose und Behandlung hängt davon ab, wo der Tumor entsteht und wie weit fortgeschritten er ist. Am häufigsten betroffen ist der Rachen (35%), die Mundhöhle (24%) und der Kehlkopf (24%).

Mit rund fünf Prozent aller Krebserkrankungen gehören Kopf-Hals-Tumoren zu den häufigsten Krebsarten weltweit. Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt stetig zu; in Deutschland wird sie derzeit auf etwa 17.000 pro Jahr geschätzt. Bisher sind Männer zwei- bis dreimal häufiger betroffen, aber der Anteil der Frauen steigt. Ebenso steigt auch der Anteil der unter 40-jährigen, bei denen Kopf-Hals-Krebs bisher selten war.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zu Beginn stehen ein ärztliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Je nach Befund folgen weitere Untersuchungen:

  • Endoskopie: Spiegelung von Mund, Rachen und Kehlkopf
  • Biopsie: Gewebeprobe zur sicheren Diagnose
  • Bildgebung: Ultraschall, CT oder MRT zur Beurteilung von Größe und Ausbreitung

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Therapie hängt von Tumorart, seiner Größer, der Lage und Ausbreitung sowie dem individuellen Gesundheitszustand ab.

  • Operation: Entfernung des Tumors im Frühstadium.
  • Strahlentherapie: Gezielte Bestrahlung der Tumorzellen.
  • Chemotherapie: Medikamente, die Krebszellen im ganzen Körper bekämpfen.
  • Kombinationstherapie: Häufig werden mehrere Verfahren kombiniert.
  • Zielgerichtete Therapien: Greifen spezielle Eigenschaften der Krebszellen an.

Wie wird entschieden?

Die moderne Krebsmedizin bietet oft mehrere Therapieoptionen. Doch wie findet man den Weg, der wirklich passt? Und habe ich wirklich eine Wahl, kann ich mitentscheiden? Die Antwort lautet: Ja – und Sie sollten es sogar. Auch wenn die medizinischen Fakten eine Richtung vorgeben, gibt es meist Spielräume. Wichtig ist, dass Sie Ihre Fragen stellen, Ihre Ängste benennen und sagen, was Ihnen im Leben wichtig ist – etwa bei der Frage nach Funktionserhalt, Belastbarkeit oder Lebensqualität. Medizinische Leitlinien geben Orientierung – doch letztlich muss die Therapie auch zu Ihrer individuellen Situation, Ihren Bedürfnissen und Prioritäten passen.

 

Expertinnen und Experten beantworten wichtige Frage rund um das Thema Therapieoptionen

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Besonderheiten je nach Tumor

Behandlung von Mundhöhlenkrebs

Mundhöhlenkrebs ist ein bösartiger Tumor, der von der Mundschleimhaut ausgeht. Betroffen sein können

  • die innere Auskleidung der Wangen und Lippen
  • die vorderen zwei Drittel der Zunge
  • der Gaumen
  • der Mundboden
  • das Mundhöhlendach
  • die Region hinter den Weisheitszähnen

Die Erkrankung tritt meist nach dem 50. Lebensjahr auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Mehr als die Hälfte aller Tumoren im Mundraum werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt. In diesen Fällen ist die Behandlung schwieriger und die Prognose schlechter: Nur 30 bis 40 Prozent der Patienten können geheilt werden. Die Betroffenen leben teilweise mit dauerhaften Beeinträchtigungen im Mundraum, die das Kauen, Schlucken und Sprechen erschweren.

Wird die Krebserkrankung jedoch frühzeitig erkannt und therapiert, können bis zu 80 Prozent der Erkrankten geheilt werden. Die Beeinträchtigungen der Mundfunktionen fallen in der Regel weniger gravierend aus.

Therapie von Mundhöhlenkrebs

Die meisten Patientinnen und Patienten mit Mundhöhlenkrebs im Frühstadium können mit einem kleineren chirurgischen Eingriff behandelt werden und erholen sich schnell. Bei Tumoren im fortgeschrittenen Stadium beinhaltet die Therapie oftmals Kombinationen aus einem größeren chirurgischen Eingriff, Strahlentherapie und Chemotherapie.

Behandlung von Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenkrebs – auch Schilddrüsenkarzinom genannt - ist ein bösartiger Tumor, der sich aus den Zellen, die die Drüsengänge auskleiden (Epithelzellen), entwickelt. Er tritt eher selten auf: nur etwa 2.400 Menschen pro Jahr erkranken an Schilddrüsenkrebs. Frauen entwickeln diese Form der Krebserkrankung häufiger als Männer.

Die Heilungsaussichten sind bei einem rechtzeitig erkannten Schilddrüsenkrebs im Allgemeinen gut.

 

Ursachen und Risikofaktoren

Die folgenden Faktoren können die Entstehung eines Schilddrüsenkarzinoms begünstigen:

  • Gutartige Schilddrüsenerkrankung: Aus einem gutartigen Knoten in der Schilddrüse kann sich ein bösartiger Tumor entwickeln.
  • Strahlenexposition: Radioaktive Strahlen können das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen.
  • Familiäre Belastung: Auch eine genetische Veranlagung scheint Ursache für die Entstehung eines Schilddrüsenkarzinoms zu sein.
  • Jodmangel: Patienten, die unter einem Schilddrüsenkropf leiden, der aufgrund eines Jodmangels entstanden ist, sind ebenfalls gefährdet. Neue Untersuchungen zeigen zudem, dass die mit Jodmangel verbundene Erhöhung des stimulierenden Hormons der Schilddrüse (TSH) mit einem höheren Krebsrisiko verbunden ist.

 

Symptome eines Schilddrüsenkarzinoms

Folgende Symptome oder Beschwerden können Hinweis auf eine Krebserkrankung der Schilddrüse sein:

  • Schluckbeschwerden
  • tastbare oder sichtbar vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich
  • Druckgefühl im Halsbereich
  • Luftnot
  • Heiserkeit, die länger als ein paar Wochen anhält
  • Hustenreiz

Die Ursachen für das Auftreten dieser Symptome sind in den allermeisten Fällen harmlos. Lassen Sie sie dennoch frühzeitig von einem Haus- oder Facharzt abklären und eine Krebserkrankung ausschließen! Wird Schilddrüsenkrebs rechtzeitig erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut.

 

Therapie bei Schilddrüsenkrebs

Wurde bei Ihnen ein Schilddrüsenkarzinom festgestellt, sollten Sie sich in einem auf Kopf-Hals-Krebs spezialisierten Zentrum behandeln lassen. Hier arbeiten Chirurgen, Strahlenmediziner und Internisten eng zusammen und können die für Sie beste Behandlung einleiten.

Welche Therapie durchgeführt wird, hängt von vielen Faktoren ab. In den meisten Fällen wird die Schilddrüse operativ vollständig entfernt. Nur bei sehr kleinen Schilddrüsenkarzinomen (kleiner als 1 Zentimeter) kann eine Entfernung ausschließlich der befallenen Schilddrüsenlappen ausreichend sein. Nach einer Operation wird geprüft, ob eine Bestrahlung mit radioaktivem Jod erforderlich ist. Als weitere Therapiemöglichkeiten stehen die Strahlentherapie und, in seltenen Fällen, die Chemotherapie zur Verfügung.

Behandlung von Rachen- und Kehlkopfkrebs

Krebs im Rachenraum

Der Rachen des Menschen wird in drei Bereiche unterteilt, welchen wiederum unterschiedliche Krebsarten zugeordnet werden:

  • Krebs im Nasenrachen (Nasopharynx oder Epipharynx) wird als Nasopharynxkarzinom oder Epipharynxkarzinom bezeichnet.
  • Bei einer bösartigen Erkrankung im Mundrachen (Oropharynx) spricht man vom Oropharynxkarzinom.
  • Im Falle von Tumoren im unteren Rachen spricht man von einem Hypopharynxkarzinom.

 

Kehlkopfkrebs

Kehlkopfkrebs, auch Larynxkarzinom genannt, bildet sich in den Geweben des Kehlkopfes (Larynx). Er gehört zu den häufigsten bösartigen Tumoren im Halsbereich.

Diagnose von Rachen- und Kehlkopfkrebs

Um eine Diagnose stellen zu können, wird zunächst die Krankheitsgeschichte des Patienten betrachtet, bevor Mund, Rachen, Kehle und Hals untersucht werden. Da Tumoren des Kehlkopfes und der oberen Speiseröhre oft schwer zugänglich sind, kann es notwendig sein, unter Narkose eine genauere Untersuchung mit einem Endoskop durchzuführen (Panendoskopie). Während der Endoskopie können dann von auffälligen Bereichen Gewebeproben entnommen werden, um den Verdacht auf Krebs zu bestätigen. Aufnahmen von Hals und Kehle mit Hilfe von Ultraschall, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) können helfen, die Größe und Ausbreitung des Tumors und eine Beteiligung der Lymphknoten festzustellen.

 

Therapie

Die Behandlungsmöglichkeiten aller Krebsarten hängen von verschiedenen Faktoren ab, zu denen Größe, Lokalisation und Art des Tumors zählen. Entscheidend ist auch, ob er bereits in umliegendes Gewebe gestreut hat.

Früh erkannte Tumoren werden für gewöhnlich operiert oder mit einer Strahlentherapie behandelt. Auch eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie wird häufig eingesetzt. Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung wird der Tumor meist chirurgisch entfernt, soweit dies vollumfänglich bei guter Widerherstellung der Funktion erreicht wird. Oft ist auch eine zusätzliche Nachbestrahlung bzw. kombinierte Bestrahlungs- und Chemotherapie notwendig. Auch eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie wird häufig eingesetzt, insbesondere wenn eine sinnvolle Operation nicht mehr zur Verfügung steht. Als Alternative zur kompletten Kehlkopfentfernung wird auch eine Induktionschemotherapie empfohlen, bei deren gutem Ansprechen ein Kehlkopferhalt durch die Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie als gute Option durchgeführt wird. Sollte der Tumor durch die konservative Therapie nicht weggehen, kann im Anschluss die operative Therapie nachgeschaltet werden. Hierüber lassen Sie sich von Ihren Ärzten beraten.

Jeder Tumor hat individuelle biologische Eigenschaften, die einen Einfluss darauf haben können, wie er sich entwickelt. Biologische Therapien zielen genau auf diese Eigenschaften ab und hindern die Krebszelle daran, sich weiter zu teilen und zu wachsen.

Wurde bei Ihnen ein Rachen- oder Kehlkopfkrebs festgestellt, sollten Sie sich in einem spezialisierten Zentrum behandeln lassen. Hier arbeiten Chirurgen, Strahlenmediziner und Internisten eng zusammen und können die für Sie beste Behandlung einleiten.

Warum eine Behandlung in einem zertifizierte Kopf-Hals-Krebs-Zentrum wichtig ist

Kopf-Hals-Krebs ist eine komplexe Erkrankung und erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. In zertifizierten Kopf-Hals-Krebs-Zentren sind Ärzte und Pflegekräfte tätig, die auf die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Kopf-Hals-Krebs spezialisiert sind. Ihre fachliche Expertise ermöglicht eine präzise Diagnose und eine maßgeschneiderte Behandlungsstrategie für jeden einzelnen Patienten. Zusätzlich arbeiten verschiedene Fachbereiche wie Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Onkologie, Chirurgie, Radiologie und Pathologie eng zusammen. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit gewährleistet eine ganzheitliche Bewertung jedes Patientenfalls.

Diese Zentren bieten jedoch weit mehr als nur erstklassige medizinische Versorgung. Sie bieten auch umfassende Unterstützung und Beratung für Patienten und ihre Familien. Dies kann psychosoziale Unterstützung, Ernährungsberatung, Sprachtherapie und Rehabilitationsprogramme umfassen. Unser Ziel ist es, nicht nur die körperliche Gesundheit unserer Patienten zu fördern, sondern auch ihr Wohlbefinden und ihre Lebensqualität während und nach der Behandlung zu verbessern.

Ihre nächsten Schritte

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Hinweis: Diese Informationen ersetzen nicht die ärztliche Beratung. Bitte wenden Sie sich bei Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.